Schulgeschichte

25 Jahre Realschule in Rinteln
(Aus der Festschrift zum 25-jährigen Jubiläum der Hildburgschule in
1985)
Am 17.11.1958 entschied sich der Rat der Stadt Rinteln
in einer öffentlichen Sitzung vor außerordentlich vielen Zuhörern dafür, die Hildburgschule
nicht mehr als Progymnasium für Mädchen weiterzuführen. Nach einer
scharfen, aber sachlichen Debatte wurde in öffentlicher Abstimmung mit 9 : 8 Stimmen
beschlossen, möglichst ab Ostern 1960 eine Mittelschule einzurichten und
sie mit der 5. Klasse beginnen zu lassen. Das knappe Abstimmungsergebnis deutet darauf
hin, dass vielen offensichtlich eine andere Schulform vorgeschwebt hat. Der Kenner der
schulischen Verhältnisse in der Nachkriegszeit vermutet mit Recht, dass acht Ratsherren
damals den differenzierten Mittelbau einführen wollten. Der damalige
Beschluss des Rates fand aber auch in der Öffentlichkeit nicht ungeteilte Zustimmung. Mit
Bedauern nahmen ihn die Hildburgianerinnen wie hier einmal
Schülerinnen der damaligen Hildburgschule, ihre Eltern und Freunde dieser Schule genannt
werden wollen, zur Kenntnis. So lesen wir im Schulspiegel Nr. 32 von
1961 unter
Die Hildburgschule im Wandel der Zeit.
Mit lautem Klopfen kündete sich uns die neue Zeit der Hildburgschule an, ihre
Umwandlung in eine Mittelschule. Langsam wuchs der Neubau in die Höhe:
Der Aufsatz schließt dann:
..... und wenn einst der letzte
Jahrgang die Hildburgschule verlässt, so weiß man, das sie nicht vergessen werden wird,
sondern im Ernestinum weiterlebt.
So wie hier vor 25 Jahren in Rinteln die Gründung einer Mittelschule,
die dann 1964 überall in Realschule umbenannt wurde,
auch gegen Widerstände, Kritik und Skepsis erfolgte, ist es immer in der Geschichte der
Realschule seit ihren Anfängen im 18. Jahrhundert gewesen.
So mag ein Rückblick auf einige Stationen der 25 Jahre Realschule in Rinteln beispielhaft
für die Realschule überhaupt sein.
Am 21. April 1960 kamen 37 Mädchen und 47 Jungen, viele von ihren Eltern
begleitet, in die Aula der Hildburgschule. Sie wurden von Schulrat Dr. Müller
begrüßt, der dabei als Lehrer der neugegründeten Realschule Frau Fleischmann,
Herrn Hoppe, Herrn Klaus und Herrn Rietz einführte. Diesem Beginn war im Januar
1960 ein Probeunterricht von einer Woche vorausgegangen. Dazu waren über 140
Kinder angemeldet worden, aus denen dann eine Prüfungskommission von Lehrern und Rektor
der Realschule Hess.-Oldendorf sowie Lehrern der Grundschulen in Rinteln und Umgebung 84
Kinder als geeignet für die Aufnahme in die 5. Klassen der neuen Realschule ausgewählt
hatte. Die Nachfrage nach dieser neuen Realschule war also groß. Bis dahin hatten Eltern
aus Rinteln, die ihr Kind auf eine Realschule schicken wollten, die Wahl zwischen
Hess.-Oldendorf oder den Aufbauzügen in Bückeburg, Hohenhausen oder Bösingfeld. Der
Einzugsbereich der neuen Rintelner Schule umfasste im zweiten Jahr bereits 37 Orte und
reichte von Erder bis nach Rehren, Polle, von Hausberge bis nach Goldbeck, von Bad Eilsen
bis nach Laßbruch.
Er verkleinerte sich im Laufe der folgenden Jahre im Zuge der Umwandlung der benachbarten
Aufbauzüge in selbständige Realschulen und nach der Festlegung von Schulbezirken durch
das Niedersächsische Schulgesetz. Trotzdem erhöhten sich Schüler- und Klassenzahl
ständig bis zum Umzug in das Schulzentrum im Jahre 1975. In diesen
Jahren gehörten Schule, Schulreform,Schulbau zu den Hauptthemen der öffentlichen
Diskussion. Es veränderte sich viel in unseren Schulen. Schick dein
Kind länger auf bessere Schulen, lautete eine der damaligen
Schlagzeilen.
Die Aufnahme in die 5. Realschulklasse hing bis 1964 von der erfolgreichen
Teilnahme an einem Probeunterricht während einer Woche ab. Die Eltern meldeten
ihre Kinder in der Regel in der zweiten Hälfte des vierten Schuljahres dazu an. Es wurden
bei uns immer über 100 Kinder angemeldet und der Platz reichte für zwei Klassen. Die
allgemeine Kritik an diesem Auswahlverfahren nahm ständig zu. Es wurde 1964 zum letzten
Male durchgeführt. Vom Schuljahr 1965/66 wurden die 5. und 6. Klassen an
den Realschulen und am Gymnasium in eine Eingangsstufe umgewandelt. Für die Kinder, die
in diese Eingangsstufe eintreten sollten, gab die bisherige Schule ein vertrauliches
Gutachten ab. Es war die Grundlage für die Entscheidung der Aufnahmekommission. Damit
entfiel der Probeunterricht. Waren allerdings Eltern mit einem ablehnenden Bescheid nicht
einverstanden, konnten sie einen zweitägigen Probeunterricht ihres Kindes vor dem
Prüfungsausschuss verlangen. Neben der Eingangsstufe an Realschule und Gymnasium gab es
an den Hauptschulen die Förderstufe für die dortigen Klassen 5 und 6. Eingangs- und
Förderstufe blieben in Rinteln bis zur Einrichtung der Orientierungsstufe im
Schuljahr 1975/76 bestehen. Sie umfasste von dann ab die Klassen 5 und 6;
Realschule, Hauptschule und Gymnasium begannen nun mit der 7. Klasse. Die Eingangsstufe
brachte für die Realschule Rinteln einen weiteren Anstieg der Schülerzahl und zwar auf
540 im Mittel mit sich. Trotz der Reduzierung der Realschulzeit auf 4 Jahre nach der
Einführung der Orientierungsstufe blieb die Schülerzahl weiterhin gleich. Inzwischen
waren ja die geburtenstarken Jahrgänge aufgerückt.
Richten wir den Blick noch einmal auf die Verhältnisse an der Realschule Rinteln
um die Mitte der sechziger Jahre.
Kurz vor Ostern 1966 rückte für den 1960 aufgenommenen Jahrgang das
Ende der Schulzeit heran. Die 64 Schülerinnen und Schüler, die nun in den beiden
Abschlussklassen waren, erhielten ihren Abschluss nicht so einfach, wie das heute üblich
ist, auf Grund ihres letzten Zeugnisses. Sie mussten eine Abschlussprüfung ablegen, die
aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil bestand. Für den schriftlichen Teil,
Klassenarbeiten in Deutsch, Englisch und Mathematik, hatten die Lehrer der
Bezirksregierung in Hannover vorher mehrere Aufgabenvorschläge eingereicht, aus denen
jeweils ein Vorschlag ausgewählt und versiegelt nach Rinteln an den Schulleiter
zurückgesandt worden war. Jeweils zu Beginn der Klassenarbeit öffnete der Schulleiter
den Umschlag und die Spannung war sowohl bei Lehrern als auch Schülern groß, welche
Aufgaben nun wohl zu lösen wären. Der mündliche Teil der Prüfung bestand für jede
Klasse aus vier Unterrichtsstunden im Beisein von Herrn Oberregierungsrat
Speckhahn (Regierungsvertreter), Herrn Dr. Müller (Schulrat in
Rinteln) und des gesamten Kollegiums. Alle 64 Schülerinnen und Schüler des ersten
Jahrganges bestanden diese Abschlussprüfung. Die meisten werden den Prüfungstermin wohl
gut in Erinnerung behalten haben; die mündlichen Prüfungen fanden am 9. und 10.
März 1966 statt. Sie fielen mit der Hochzeit von Beatrix von Holland und Claus
von Amsberg zusammen, einem Ereignis, das damals viele bewegte. Zweimal noch fanden solche
Abschlussprüfungen an der Realschule Rinteln statt. Bis auf eine Ausnahme bestanden
jedesmal alle zugelassenen Schülerinnen und Schüler. Mit diesen drei Abschlussprüfungen
hatte das Kollegium gezeigt, dass an der Rintelner Realschule Unterricht gemäß den
Realschulrichtlinien erteilt wurde und dass die Schülerinnen und Schüler ein
entsprechendes Lernniveau erreicht hatten. Für die Regierung Hannover war daher die eine
Bedingung für die Anerkennung als Realschule erfüllt. Die zweite Bedingung war an das
Vorhandensein ausreichender Räume und Ausstattung geknüpft. Und in dieser Hinsicht gab
es einige Probleme. Die Stadt Rinteln hatte zwar 1959/69 einen Anbau mit
6 Klassenräumen errichtet, im Hauptgebäude von 1910 sehr viele
Umbaumaßnahmen durchgeführt und dadurch Fachräume geschaffen und 1968
nach einer mehrjährigen Planungs- und Bauphase die Turnhalle an der Herrengasse mit
vielen Nebenräumen im unteren Geschoss fertig gestellt. Dennoch mangelte es
angesichts der steigenden Schülerzahl an Klassenräumen. Dieses Problem gab es aber auch
an den anderen Rintelner Schulen. Auch hier drängte man die Stadt Rinteln, Schulbauten in
Angriff zu nehmen. So ist die Leistung der Stadt für die von ihr eingerichtete Realschule
hoch anzuerkennen. Dieser Meinung war auch die Schulbehörde bei der Regierung in
Hannover. Sie stellte 1968 fest, dass die personellen und räumlichen Voraussetzungen für
die Anerkennung als Realschule erfüllt waren und erteilte diese Genehmigung am 01.03.1968.
Das hatte für die Schüler Erleichterungen durch den Wegfall der Abschlussprüfungen zur
Folge; für die Lehrer bedeutete es Bestand ihres Arbeitsplatzes in Rinteln und in einigen
Fällen finanzielle Verbesserungen. So wurden jetzt Stellen für Rektor und
Konrektor eingerichtet.
Die Sorge war man los, doch die andere, die Raumnot wurde größer.
Dabei war die Realschule noch einigermaßen gut dran. Schlimm und drängend war das
Raumproblem am Ernestinum geworden. So wurde das Thema Schulneubauten in
Rinteln seit 1965 zu einem Dauerbrenner in der
öffentlichen Diskussion und es ist hochinteressant, in den alten Ausgaben der
Schaumbuger Zeitung nachzulesen, was damals alles vorgeschlagen und erörtert
wurde: Ringtausch der Schulen, Bau von einem oder zwei Schulzentren usw. Doch es führt zu
weit, hier darauf näher einzugehen. Die Stadt Rinteln konnte die Raumprobleme an ihren
Schulen allein nicht lösen und die notwendigen Baumaßnahmen finanziell verkraften. Man kam
hier erst 1970 einen Schritt weiter, als der Landkreis Grafschaft
Schaumburg die Trägerschaft für das Gymnasium Ernestinum übernahm, die Planung
für das Schulzentrum Rinteln voranbrachte und am 19. März 1973 dazu den
Grundstein legte. Die Realschule hatte damals 550 Schüler in 18 Klassen und ihr standen
12 Klassenräume zur Verfügung. Da entschloss man sich dazu, den ersten Bauabschnitt des
Schulzentrums größer auszulegen, bis zum Beginn
des Schuljahres 1975/76 fertigzustellen und dann Gymnasium und Realschule dort
unterzubringen. Das wurde verwirklicht und beide Schulen begannen am 07. August
1975 mit dem Unterricht in dem großzügigen, modernen Schulzentrum. Das war eine
Umstellung ! Es dauerte seine Zeit, bis man sich an das weitläufige, unpersönlich
wirkende Betongebäude mit Teppichboden, viel Glas und hellhörigen Wänden gewöhnt
hatte. Wir sind nun seit zehn Jahren in dieser Schule und haben uns inzwischen
eingelebt.
Was ist von diesen zehn Jahren im Schulzentrum Rinteln zu erwähnen, - was bleibt ?
Das Kollegium hat sich seit 1975 sehr verändert, Verwaltung und Unterricht wurden durch
ein Mehr von Vorschriften und Verfügungen eingeengt. Einmal, 1980, wurde es schlimm ! Weil
zwei Schüler im Abschlussjahrgang zu wenig waren, sollten aus fünf Klassen im
10.Jahrgang vier Klassen gebildet werden.
| Demonstration
! Aufregung ! Schlagzeilen in der Presse ! |
| Dazu noch ein Artikel in der Schülerzeitung: |
Gesetz oder Gerechtigkeit ?
130 Realschüler demonstrierten in Rinteln gegen die bevorstehende Teilung der 10.
Klassen.
Aufgrund eines Erlasses, der vorsieht,
dass 135 Schüler in den 10. Klassen sein müssen, damit 5 Klassen bestehen können,
sollten wir wegen drei fehlender Schüler getrennt werden; eine unserer 10. Klassen sollte
aufgeteilt werden. Von dieser Änderung hatte man uns so kurzfristig unterrichtet, um
praktisch jegliche Gegenaktion von vornherein zu stoppen. Aber darin hatten sich die
Macher dieses Erlasses getäuscht !
Nachdem erst einmal alle Schüler
informiert worden waren, suchten Schüler und Klassensprecher nach einer Möglichkeit,
diese für uns so folgenschwere Trennung zu verhindern. Wir entschlossen uns für eine
Demonstration. Aber bis dahin standen uns noch viel mehr Hindernisse im Weg als wir
dachten. Wir waren unter Zeitdruck, denn am nächsten Tag mußte unsere Demo geplant sein.
Zuerst machte ich mich auf den Weg zur
Presse, denn was nutzte uns eie Demo, wenn wir nicht auch die Öffentlichkeit auf unser
Problem aufmerksam machten. Bei der Polizei wurde unsere Energie erstmal gestoppt. Ich
hatte nicht an den formellen Ablauf und die gesetzlichen Regelungen gedacht. Die reichten
den Volljährigen Verantwortlichen dieser Demo über genormte Größen von Plakaten bis
hin zu Ordnern und Armbinden... Die verantwortlichen Leiter der Kreisverwaltung in
Stadthagen suchten wir dann zu Hause auf. In der Zwischenzeit waren unsere Kameraden damit
beschäftigt, Plakate zu malen und tausende Handzettel zu drucken. Ich hatte wirklich
Angst, dass die vielen Hindernisse in der kurzen Zeit nicht zu überwinden sein würden.
Zum Glück stand uns der Elternrat mit Herrn Neidhardt zur Seite.
So zogen also am nächsten Morgen 130
Schüler mit ein paar Eltern und Lehrern vom Schulzentrum bis zum Marktplatz. Es wurde
eine friedliche Demonstration, die aber gleichzeitig Aufsehen erregte.
In den nächsten Tagen wurden auch die
Eltern genauestens informiert, denn sie sollten ja schließlich mit uns gemeinsam dieses
Problem aus der Welt schaffen. Diese Zeit war für uns fast eine Zerreißprobe ! Bezirks-
und Landesregierung sowie Vertreter des Landtages versuchten, einerseits Verständnis für
unser Problem zu haben, sich aber andererseits an ihre Vorschriften zu halten. Für uns
aber war das gleichzeitig ein Mutmachen und ein Mutnehmen.
Nach zwei Wochen erfuhren wir durch
unseren Schulrat, daß man unserer Forderung nicht nachgeben konnte bzw. wollte. Diese
Ablehnung war für uns sehr schlimm; wir konnten nicht glauben, dass unsere Mühe umsonst
war. Ein paar Stunden später hörten wir das genaue Gegenteil, und das war zum Glück
maßgebend für uns. Wir hatten es also tatsächlich geschafft, diesen Erlaß für unsere
Abschlussklassen außer Kraft zu setzen. Dieser Erfolg hat uns letztlich gezeigt, dass
man, wenn alle zusammenhalten, doch eine Menge erreichen kann."
Petra Grabenhorst, 10 e (1980) |
Doch dann konnte es bei fünf Klassen bleiben. Heute ist alles wieder etwas
gemäßigter und flexibler geworden. Ja und nun werden es wieder weniger Schüler, die
Schule wird kleiner, überschaubar, persönlicher. Es ist abzusehen, dass unsere
Realschule sich in fünf Jahren wohl beträchtlich verkleinert haben wird, voraussichtlich
auf 350 Schüler in 15 Klassen.
Im Schulspiegel von 1961 stand Die Hildburgschule im Wandel der
Zeit
Damals war damit das Mädchen-Progymnasium gemeint, damals wurde die Hoffnung zum
Ausdruck gebracht, dass mit dem Verlassen des letzten Jahrganges diese Schule im
Ernestinum weiterleben möge. Nun ist der Schulname mit dem letzten Jahrgang des
Mädchen-Progymnasiums aber nicht in Vergessenheit geraten. Er wird von allen denen, die
diese Schule einst besucht haben oder an ihr tätig gewesen sind, in der Erinnerung
bewahrt. Er wird von unserer Schule weitergeführt; 1965 beschloss es der Rat der Stadt
Rinteln so und seitdem lautet die offizielle Bezeichnung unserer Schule:
Hildburgschule, Realschule für Jungen und Mädchen. Seit wann gibt es in
Rinteln denn nun eine Hildburgschule ? Darauf bekommt man unterschiedliche Antworten. Am
besten hält man sich an Walter Maack, der seinerzeit als Redakteur der Schaumburger
Zeitung 1967 zum 150-jährigen Jubiläum des Ernestinum eine Sonderausgabe unserer
Zeitung den Rintelner Schulen widmete.
Dort lesen wir in einem Aufsatz Die höhere
Mädchenschule in Rinteln, dass es in unserer Stadt seit
1845:
eine private Töchterschule gab.
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1903:
wurde aus dieser privaten Töchterschule eine
staatlich anerkannte Mittelschule. Sie erhielt ...
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1910:
...das Schulgelände an der Ostertorstraße;
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1920 :
wandelte man diese Mädchen-Mittelschule in ein
Mädchen-Lyzeum um, das allerdings nur bis Untersekunda (Klasse 10) ging und damit ein
Progymnasium blieb.
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Aus diesem Anlass erhielt die neue Mädchenschule in Erinnerung an die Stifterin des 896
gegründeten Damenstiftes Möllenbeck den Namen Hildburgschule.
So verbindet sich mit dem Namen Hildburgschule eine lange, vielfältige
Schultradition in Rinteln. Dazu gehören 65 Jahre Hildburgschule im Wandel der
Zeit und für diesen Wandel stehen heute beispielhaft 25 Jahre
Realschule.
Realschul-Jubiläum
Rintelner Realschule besteht seit 25 Jahren
Eine aufregende Woche haben die Schüler und Lehrer der
Rintelner Realschule hinter sich, die für die
520 Schüler von Vorteil hatte, dass sie nur am Montag und Dienstag regulären Unterricht
hatten: Von Mittwoch bis Sonnabend feierte die
Schule ihr 25jähriges Jubiläum. Höhepunkt der Feiern bildete ein Schulfest am
Sonnabend, bei dem von morgens bis abends in dem Realschulteil des Schulzentrums immer
etwas los war.
Seit der Gründung der Schule im Jahre 1960, darauf
verwies Schulleiter Ekkehard Rietz in seiner Eröffnungsansprache,
haben 20 Jahrgänge mit insgesamt über 2000 Schülerinnen und Schülern ein Zeugnis mit dem Realschulabschluss erhalten. Die
Schule, die damals den Namen der bestehenden Hildburgschule
an der Ostertorstraße übernahm, in deren Haus sie auch zunächst residierte, zog 1975 gemeinsam mit dem Gymnasium in das neue
Schulzentrum. Von Anfang an war Ekkehard Rietz zunächst kommissarisch und später offiziell als Schulleiter tätig und
auch sein Stellvertreter, Kurt
Klaus, war von Anfang an dabei. Die
älteste Realschule des Schaumburger Landes erreichte in den 70er Jahren mit 613 die
höchste Schülerzahl, heute beherbergt sie in 20
Klassen 520 Schüler und auch in Zukunft, so vermutet Ekkehard Rietz in seinem Aufsatz für die
Jubiläumszeitung, wird die Schule kleiner, überschaubarer, persönlicher
werden. Seine Prognose für 1990: 350 Schüler in 15 Klassen.
Für das Schulfest hatte jeder der 30 Lehrer mit den
Klassen etwas vorbereitet, (zuletzt am extra zu diesem
Zweck zum schulfreien Tag erklärten Freitag) wobei die Aktionen von Ausstellungen über
Sportturnieren bis hin zu kleinen Theater-Aufführungen
reichten.
Abends wurde dann getanzt: Während Lehrer, Eltern und
Ehemalige in der Pausenhalle feierten, waren die
Schüler bei einer Disco-Fete im Fahrradkeller unter sich.
Den ganzen Tag über gab es zudem in Rinteln und
Umgebung Klassentreffen der ehemaligen Schüler: Mancher der älteren Lehrer hatte
sogleich mehrere Visiten bei seinen früheren Schützlingen zu absolvieren.
Zum Auftakt der Jubiläums-Feiern hatte sich die ganze
Schule am Mittwoch gemeinsam zu einem Schulausflug
auf dem Weg gemacht. Mit einem Sonderzug ging es nach Welsede, von dort wanderten die
einzelnen Klassen auf den unterschiedlichsten Wegen an die Weser, wo bereits vier Dampfer warteten, die Lehrer und Schüler abends nach Rinteln
zurückbrachten.
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